IT Infrastruktur: Hosted Services & Managed Services vs On-Premise

Wie IKT Technologien eingesetzt werden, unterscheidet sich im Grunde kaum. Der Unterschied besteht nur darin, ob man alles selbst machen soll oder alles an einem Drittanbieter auszulagern. Man kann aber auch eine hypride Lösung nutzen nutzen.
Betreibt man eine eigene IKT-Infrastruktur spricht man von On-Primse während der andere Ansatz ein Outsourcingmodell ist, da unterscheidet man zwischen Hosted Service und Managed Service.

Vergleich Hosted Service, Managed Service und On-Primise

  • IT-Verantwortlichen sehen sich immer mit denselben Fragen konfrontriert:
    Softwarelizenzierung: Viele Unternehmen tappen in die Falle, da zu rasch die Übersicht verloren gehen kann.
  • Softwareupdates: Wann und wie soll ein Update unternehmensweit durchgeführt werden?
  • Ausfall der Hardware: Wie verhält man sich, wenn die Hardware über Nacht ausfällt? Es muss immer das dafür notwendige Personal verfügbar sein, aber auch entsprechende Ersatzhardware.
  • Anschaffung, Wartung & Entsorgung: Die Verwaltung einer Serverlandschaft und die Entsorgung ausrangierter Altware muss geplant sein. Aber auch nicht zu unterschätzen ist die Planung, Entscheidung und Bestellung von neuer Hardware für die Erweiterung oder Ersatz. Von der Bestellung, der endgültigen Installation und der abschließenden Tests können noch ohne weiteres mehrere Monate verstreichen bis die neuen Server zum Einsatz kommen.
  • Steuerrechtliche Thema: Die Abschreibung der Anschaffungskosten muss bei dem Betrieb einer eigenen IT Infrastruktur ebenfalls bedacht werden.

Bei den drei Varianten zum Betrieb der IT Infrastruktur sollte man folgende Attribute berücksichtigen und die passende Variante für sein Unternehmen wählen:

  • Investionskapital
  • Betriebskosten
  • Bereitstellungszeit
  • Flexibilität
  • Anforderung an das Know-How der Mitarbeiter
  • Zuverlässigkeit

Investitionskapital

Hier stellt sich die Frage, wie viel kann und will man investieren, um eine IT Infrastruktur für das eigene Unternehmen aufzubauen bzw. Änderungen vorzunehmen. Für den Betrieb des eigenen Rechenzentrums muss in die notwendige Hardware vorab gezielt investiert werden, hierzu muss man schon in Hardware investieren, die aktuell noch gar nicht benötigt wird. In diesem Fall kommt vor allem dem Investitionskapital eine hohe Bedeutung zu. Setzt man auf Managed Service fallen allenfalls Setup Gebühren für die Einrichtung des Systems an, die man als angemessen betrachten kann. Setzt man auf Hosted Services fallen im Normalfall keine Vorabinvestitionen und Verpflichtungen an und das Investitionskapital ist nur minimal.

Betriebskosten

Betreibt man ein eigenes Rechenzentrum umfassen die laufenden Kosten:

  • Kosten für Personal und/oder Subunternehmer, die für die Verwaltung und den Betrieb der Infrastruktur zuständig sind.
  • Kosten für Gebäude inkl. Nebenkosten, die für den Betrieb entstehen

Abweichungen bei den laufenden Kosten entstehen vor allem, wenn der Betrieb des eigenen Rechenzentrums an Subunternehmen ausgelagert ist, wenn Notfälle oder andere Probleme eintreten und Sonderzahlungen, durch z.B. Mehrarbeit entstehen.

Managed Services sind die Kosten überdurchschnittlich, jedoch sind die monatlichen Kosten vertraglich festgeregelt, damit sind die Aufwendungen planbar und variieren auch kaum. Beim Einsatz von Hosted Services hängen die Kosten von der Art, Länge und Häufigkeit der jeweiligen Nutzung ab. Der große Vorteil ist es, dass hier nur Kosten entstehen, wenn ein Service auch wirklich genutzt wird. Die Abrechnung erfolgt auf Basis der tatsächlichen Nutzung – nicht mehr und nicht weniger. Im Vergleich zu den Managed Services sind die Personalkosten höher, aber immer noch günstiger als beim Betrieb eines eigenen Rechnzentrum.

Bereitstellungszeit

Ein wesentlicher Faktor ist die Bereitstellungszeit, es geht darum, wie lange es dauert, bis z.B. ein neuer Server der bestehenden Infrastruktur hinzugefügt wird. Im Falle eines eigenen Rechenzentrums erfolgt zuerst die Planung, gefolgt von der Bestellung und der damit verbundenen Wartezeit bis die neuen Komponenten in Betrieb genommen werden können, dann wird noch getestet bis dies schließlich in Live-Betrieb gehen kann. Auch beim Managed Services ist eine Planung notwendig, jedoch die Wartezeit ist im Normalfall geringer, da der Managed Service Provider immer zusätzliche Kapazitäten in seinem Rechenzentrum zur Verfügung hat. Bei den Hosted Services gehen von der Entscheidung für zusätzliche Ressourcen bis zu einer vollständigen Bereitstellung hingegen nur wenige Minuten.

Flexibilität

Die IT Infrastruktur sind häufig extremen Anforderungen und unerwartete Belastungen ausgesetzt. Deshalb ist immer darauf zu achten, inwiefern eine Infrastruktur auch etwaigen unvorhergesehenen Spitzenlasten beherrschen können, indem bei Bedarf weitere Ressourcen bereitstellt. Wie verhält es sich z.B. wenn mehr Speicherplatz benötigt wird? Wer selbst ein Rechenzentrum betreibt, kommt eventuell mal in die Situation, dass das Limit des Speicherplatzes plötzlich erreicht wird. Die Kapazität ist von vornherein begrenzt und kann nur durch das hinzufügen weiterer Ressourcen durch den Einsatz von Kapital vorgenommen werden. Der Zeitraum von der Notwendigkeit weiterer Ressourcen bis zur Bereitstellung kann sehr lange dauern. Ein Managed Service Provider kann temporär (oder auch länger) mit weiteren Ressourcen aushelfen, in dem die z.B. Bandbreite erhöht oder Zugriff auf zusätzliche Speichermöglichkeiten gewährt werden. Bei Hosted Service besteht häufig die Möglichkeit, dass die entsprechende Infrastruktur so eingerichtet werden, dass im Falle von weiteren benötigten Ressourcen diese (automatisch) hinzugefügt und wieder entfernt werden kann, wenn diese nicht mehr benötigt wird.

Anforderung an das Mitarbeiter Know-How

Hier stellt sich die Frage, wie viel Know-How innerhalb des eigenen Unternehmens benötigt wird, um die IT Umgebung zu betreiben. Wenn man ein eigenes Rechenzentrum betreibt benötigt man entsprechendes Personal oder Subunternehmen, die über das notwendige Wissen der Infrastruktur und dessen Betrieb verfügt. Zu diesen gehören Kenntnisse über Serverhardware und die Betriebssysteme sowie der Betreuung der Systeme. An dieser Stelle bietet der Managed Service Provider Vorteile, da diese sich um die Wartung der Systeme der Infrastruktur kümmern. Beim Einsatz von Hosted Services sind mehr oder weniger Kenntnisse erforderlich. Hier ist häufig Software im Einsatz, die einem dabei helfen die Umgebung zu verwalten. Trotzdem sind hier Kenntnisse erforderlich, die einem das Einrichten und konfigurieren der virtuellen Maschinen Images notwendig.

Zuverlässigkeit

Ein wichtiger Punkt beim Betreiben einer IT Infrastruktur ist die Zuverlässigkeit. Will man eine hochverfügbare IT Infrastruktur im eigenen Rechenzentrum aufbauen, ist man vom jeweiligen Personal und verfügbaren Kapital, das in die Infrastruktur investiert werden kann, abhängig. Hier bietet der Managed Service Provider eine bewährte Alternative, da er eine hohe Verfügbarkeit garantiert. Auch die Hosted Services bieten eine ähnlich hohe Zuverlässigkeit, sofern man selbst für eine entsprechende Rendundanz sorgt (pay for what you use).

Attribut On-Primise Managed Service Hosted Service
Investitionskapital hoch angemessen/niedrig minimal
Betriebskosten Moderat/planungsunsicher überdurchschnittlich Nutzungsbasiert
Bereitstellungszeit sehr hoch relativ schnell kurzfristig verfügbar
Flexibilität sehr limitiert gut sehr flexibel
Mitarbeiter Know-Know hoch gering Grundkenntnisse
Zuverlässigkeit Variabel, abhängig vom verfügbaren Budget hoch mittel bis hoch

Fazit

Wenn man die Varianten vergleicht, gibt es für einen großen Teil der Unternehmen kaum noch Sinn, eine eigene Infrastruktur von Grund auf neu aufzubauen, bzw. in die Erneuerung zu investieren. Unternehmen, die bereits hohe Investitionen in das eigene Rechenzentrum vorgenommen haben, können sich überlegen, ob es nicht möglich ist, anstatt Ersatzinvestitionen zu tätigen, eine Hybride Lösungen in Erwägung zu ziehen. Lediglich Unternehmen, die aufgrund von rechtlichen Hindernissen oder anderweitiger Regularien ihre Daten nicht bei einem Drittanbieter speichern dürfen, müssen weiter in eine eigene IT Infrastruktur investieren.
Alle anderen Unternehmen sollten schließlich auf einen Managed Service Provider oder einen Hosted Service Anbieter zurückgreifen. Das Pay as you Go Modell und der flexible Ressourcenbezug führt bei Unternehmen zu einer höheren Flexibilität und somit einer besseren Agilität bei den Mitarbeitern.

By | 2016-03-04T11:20:43+00:00 März 16th, 2016|Allgemein, Hardware, IT|0 Comments

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